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J.W.Waldeck - Wortmatrixweber

PERMAFROST - der Perfektion

 

Permafrost
- oder der Preis der Perfektion -



Perfektion ist die Erbärmlichkeit

den unabänderlichen Stillstand
zum Höhepunkt
eines sich entfaltenden Lebens
zu erklären


ihr Geistestod ist Konservator


verkümmert alle Vielfalt
zur identischen Gestalt



ihre widernatürliche Norm
gleicht unbekannten antiken Büsten

idealisiert - doch weitaus weniger
von Rissen und Lebenszeit durchzogen

kühl - obszönes Schaubild
welches nur verfehlen vermag

dessen gipfelnde Göttlichkeit
keine Spur schöpferischer Neugierde enthält



der Nullpunkt jeder Kurve
die Sackgasse aller Entwicklung
das Ende ohne den Genuss
eines Ergebnisses
die einsame Abkehr seines Selbst
der Stillstand der als einziger
seine Ohnmacht erfolgreich bestellt


doch Perfektion ist nicht das Ende...

da ihr keine Entwicklung zukommt
wird aus mutierenden Evolutions=Fehlern
niemals Perfektion degenerieren



die fraktale Geometrie des Seins
verleiht jedem Blatte
sein einzigartiges Antlitz

- offenbart die wahre Liebe
zu jedem möglichen Ausdruck

die keiner fixen Idee entsprechen muss
die nicht vorhanden sein braucht


was gewollt ist wurde vollbracht...



die Perfektion
stellt die Unfähigkeit

eines Individuums in manipulierten Herden dar


dem Überflusse das persönlich Essentielle
zu extrahieren...



ihnen wird nicht Vollkommenheit zuteil
sondern das Gefühl ewigen Makels
durch dessen lähmende Schuld verführbar -
sie verkommenen Ideen dienen
die niemals gedeihendem Sinn entsprechen


die wahre Liebe der freien Form
- offenbart sich nicht -
in jedem möglichen Ausdruck

in ihnen herrscht eine adoptierte Seele
welche fremd zu konstruieren beginnt
und sich im Labyrinth der Dogmen verliert


schmalbrüstiger Automat
eingewickelt in seinen Parolen...



Gott kann also nie perfekt sein
- außer für jeden einzelnen
auf seine Art und Weise
denn der Ursprung ist unendlich
und die Quelle nährt jeden Zustand


sie fordert keine kastrierte Perfektion
sondern sinnesreiche Evolution



wenn du erfüllende Liebe willst
musst du fruchtbare Triebe schaffen

da hilft keine psychologische Reinigung
und keine seelische Steinigung

und wer Enthaltsamkeit braucht
seiner eigenen Versuchung zu begegnen
bleibt auf ewig versucht
und fern dem Meer und jedem Regen


so oft wie möglich vereine ich mich
mit dem Wald den Dingen den Frauen
den atmenden Wolken und Sternen
um der Stimme jener Musik zu lauschen
die nur die Sternenherren beherrschen

jenseits der toten Stag n a t i on


- platonische Ferne die von Sonne träumt
doch ohne Licht Blumen welken lässt
die ihre Strahlen zu empfangen glauben
obwohl sie trostloses Darben erpresst



allein die vom Blitz gefällten
Bäume bestehen weiter

die aus sterbenden Stämmen
neue Triebe treiben...

 

© j.w.waldeck 2008

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1.11.10 19:56
 
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