schwarzweiß.

J.W.Waldeck - Wortmatrixweber

Wein Nacht

 

's ist gekommen - doch nicht für die Frohen

die Verzweifelten ins Leben zu holen...


Winterabend wenn das Kindlein kommt

wenn Gott seine reichen Gönner belohnt


und Wunderkerzen willig scheinen

Gesunde und Schöne sich vereinen


Kranke im Kopfe mit den Doppelwagen

die stets so grüne Mützchen tragen


bläht sich der Truthahn auf'm Tische

und füttert die Falschheit seiner Fische


Augen kalt wie alte Murmeln

murmeln ein seicht Gebet und verstummen


bis dann der Wein die Zungen lockert

wie ein Zahnstocher in Lücken stochert


wird vergeben wo zehnfach genommen wurde

wird vergessen jede offene Wunde


fällt man sich in die Arme voller Reue

aufs Neue, Geliebte, aufs ewig Neue!


denn wahre Liebe bleibt unerhört

drum folget Trost der Flammen erlöst


's ist gekommen so leis und weiß

heimlich und eisig und kreidebleich


und starrt auf seine vielen Baumstümpfe

und segnet seine neue Wüste


wo meine Tränen ihren Traum begraben

wogenden Lebens ohne Ja-Sagen


und nimmt dem todkranken Menschenleib

den gesunden blühenden Geist


und trägt ihn in die kalte Nacht

die Kerzen alle verneigen sich sacht


mit ihren Flammen die betrunken lallen

's Kind ist in den Himmel gefallen...


- gefahren ist's auf weißen Flügeln

und trägt hinfort der Menschen Übeln


lindert der Schmerzen sinnloses Mahl

heiratet die Einsamen mit Hoffnungsstrahl


damit das Gute bleibe wo es ist

und Böses ewig mit ihm büßt...

 

© j.w.waldeck 24.12.2007

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